Von der Sonne profitieren

Verkürzte Wartefristen und neue Vergütungssätze seit April 2019

Finanzielle Anreize für PV-Anlagen

Beim Entscheid für eine Photovoltaik-Anlage bilden Förderbeiträge und Steuererleichterungen wichtige Kriterien. Welche Vergütungssätze gelten aktuell seit April 2019?

Die Schweiz hatte 2009 die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eingeführt. Das Förderprogramm wurde zum 1. Januar 2018 in das Einspeisevergütungssystem (EVS) überführt. Dieses ist neu zeitlich befristet: Neue Anlagen werden nur noch bis Ende 2022 ins System aufgenommen, erneuerte und erweiterte gar nicht mehr. Die bisherige KEV wurde zudem in ein System mit Direktvermarktung umgestaltet: Betreiber von Anlagen mit einer Leistung ab 500 kW, die bereits eine KEV erhalten, müssen ihren Strom spätestens ab dem 1. Januar 2020 selber vermarkten. Dasselbe gilt für Anlagen ab 100 kW, die gemäss Warteliste noch neu ins Fördersystem aufgenommen werden.

Photovoltaik-Anlagen werden aber hauptsächlich nicht mehr mit der Einspeisevergütung sondern mit Einmalvergütungen gefördert. Seit 1. April 2019 gelten für Photovoltaik-Anlagen rund 9% tiefere Einspeisevergütungssätze im Rahmen des EVS und zirka 15% tiefere Einmalvergütungssätze, gegenüber 2018. Die Einspeisevergütungssätze liegen damit nun rund 30% tiefer verglichen mit jenen vor 2018. Dies nach einer ersten Senkung um 20% Anfang 2018.

PV-Förderung grundlegend umgestellt

Die KEV sorgte seit ihrer Lancierung für einen wachsenden Photovoltaikmarkt. 2014 ergänzte die Einmalvergütung EIV das Förderprogramm. Für gewisse Anlagen der Warteliste greift seit Januar 2018 das EVS. Für alle anderen Photovoltaikprojekte ist die KEV nicht mehr verfügbar, denn bei Solarstrom wurde die Förderung auf Anfang 2018 grundlegend umgestellt: Neue Photovoltaikanlagen aller Grössen werden in der ganzen Schweiz nur noch über eine Einmalvergütung gefördert. Diese deckt höchstens 30% der bei der Inbetriebnahme massgeblichen Investitionskosten von Referenzanlagen ab und gliedert sich in zwei Varianten:

  • KLEIV – Einmalvergütung für kleine Photovoltaikanlagen: Zu diesen zählen Anlagen mit einer Leistung von 2 kWp bis 100 kWp. Abhängig von der Anlagenkategorie werden kleine Photovoltaik-Anlagen entweder mit dem Vergütungstarif für integrierte Anlagen oder mit dem Tarif für angebaute respektive freistehende Anlagen vergütet. Bei der KLEIV beträgt die Wartezeit rund anderthalb Jahre.
  • GREIV – Einmalvergütung für grosse Photovoltaikanlagen: Grosse Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung ab 100 kWp werden unabhängig von der Anlagenkategorie nur mit dem Vergütungstarif für angebaute bzw. freistehende Anlagen vergütet. Bei einem Verzicht auf diesen kann auch die kleine Einmalvergütung beantragt werden. Bei der GREIV ist für Neuanmeldungen mit einer Wartefrist von zirka 2 Jahren zu rechnen. Weiterführende Informationen finden sich unter: www.pronovo.ch.

Übersicht Einmalvergütungen

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Steuererleichterungen

Unterhaltskosten (werterhaltende Ausgaben) sind vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig, Anlagekosten (wertvermehrende Investitionen) in der Regel nicht. Ausnahmen bilden Investitionen bei bestehenden Gebäuden. Dies gilt für Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und gewisse Energiesparmassnahmen.

Bei der direkten Bundessteuer sind Investitionen in Photovoltaikanlagen abzugsberechtigt.

Bei kantonalen Steuern ist ein Abzug bei bestehenden Gebäuden nur möglich beim Ersatz von veralteten sowie bei der erstmaligen Installation von neuen Bauteilen.

Professionelle Hilfe

Die kompetente Mithilfe eines Spezialisten kann sich in mehrfacher Hinsicht auszahlen. Er kennt sich mit Behörden und Ämtern aus und kann die Bauherrschaft beim Einreichen von Gesuchen und Antragsformularen unterstützen.

Wer sich umfassend über Förderbeiträge informiert, seine Anlage durchdacht plant und durch Fachleute installieren lässt, schafft gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Lösung.

Nützliche Links und Informationen

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Abbau der Wartelisten

Dank steigender Strompreise und der ausreichenden Liquidität des Netzzuschlagsfonds stehen für 2019 mehr Mittel zur Verfügung.

Bis Ende 2019 wird die KLEIV voraussichtlich für alle Anlagenbetreiber ausbezahlt, die ihr vollständiges Gesuch bis 30. Juni 2018 eingereicht hatten. Dies betrifft rund 13 500 Anlagen mit einer Leistung von etwa 260 MW. Das Fördervolumen beträgt 100 Mio. Franken. Die Wartezeit bis zur Auszahlung der KLEIV für Betreiber, die ihr Gesuch bis Ende 2018 eingereicht haben, beträgt rund eineinhalb Jahre.

Eine GREIV-Zusicherung erhalten bis Ende 2019 alle Anlagenbetreiber, die ihr Gesuch bis 31. Januar 2014 eingereicht hatten. Das betrifft rund 705 realisierte Anlagen und 1370 nicht realisierte Anlagen. Das Fördervolumen beträgt 180 Mio. Franken. Antragsteller, die sich bis Ende 2018 für die GREIV angemeldet hatten, müssen voraussichtlich 2 Jahre auf die Zusicherung warten.

Mit ein paar Klicks zu Fördergeldern

Bund, Kantone, Gemeinden und Elektrizitätswerke stellen Fördermittel zur Verfügung, um die Energieeffizienz und die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu fördern. Als finanzielle Anreize sollen die Förderprogramme helfen, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Sich zu orientieren fällt oft schwer, denn die Zahl der Programme ist hoch und deren Umfang je nach Ort unterschiedlich.

In der Datenbank energiefranken.ch finden sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen einen lückenlosen Überblick über die an ihrem Stand- oder Wohnort verfügbaren Energieförderprogramme. Dazu gibt man ganz einfach die Postleitzahl des Wohn- oder Standortes ein. Die Palette der verfügbaren Informationen reicht von Neubau über Sanierung, Heizung oder Stromerzeugung bis hin zu Mobilität.

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