Elektroautos laden

Wo, wie schnell und wie einfach lassen sich Elektroautos laden?

Ladeinfrastruktur als wichtiger Erfolgsfaktor für Elektroautos

Die Beliebtheit von Elektroautos und deren Zahl auf Schweizer Strassen wächst. Neben der Zuverlässigkeit der Fahrzeuge spielen die Lademöglichkeiten eine wichtige Rolle.

Die Zahl der Elektroautos im Strassenverkehr hat über die vergangenen Jahre kontinuierlich zugenommen. In der Schweiz waren Anfang 2020 rund 33’000 reine Elektroautos unterwegs. Bei insgesamt etwa 4,6 Millionen zugelassenen Personenwagen ist der Anteil jedoch weiterhin niedrig. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Verbreitung von Elektroautos ist die Verfügbarkeit effizienter Ladestationen. Die Ladeinfrastruktur kann, basierend auf der Ladegeschwindigkeit, in «normale» Ladestationen und Schnellladestationen unterteilt werden. Muss man unterwegs nachladen, um sein Ziel zu erreichen, sollte die Ladegeschwindigkeit möglichst hoch sein, damit die Ladepause nicht allzu lange dauert. Dafür existieren die sogenannten Schnelllader. In allen anderen Situationen spielt die Ladegeschwindigkeit eine eher untergeordnete Rolle, da das Auto sowieso während längerer Zeit parkiert bleibt. So werden Elektroautos meistens zu Hause oder am Arbeitsort aufgeladen.

Elektroauto zuhause laden

Die einfachste Art, ein Elektroauto zu laden, ist über die normale dreipolige Haushaltssteckdose. Ratsam ist dies aber nur für den gelegentlichen Gebrauch. Für mehrstündigen Dauerbetrieb mit hohen Strömen sind diese Steckdosen nicht ausgelegt. Eine höhere thermische und mechanische Belastbarkeit bieten die CEE-Industriesteckdosen. Diese Anschlüsse sind einer Haushaltssteckdose vorzuziehen. Denn bei allen Elektrofahrzeugen werden Leistungen über 2 kW benötigt und es entstehen Ladeströme von mehr als 8 Ampere (A). Die 5-poligen roten CEE-Stecker beispielsweise werden häufig in Industrie, Gastronomie und Landwirtschaft genutzt. Sie ermöglichen 3-phasiges Laden; das heisst, dass die Stromversorgung über drei anstatt nur einen Leiter, wie bei einer Haushaltssteckdose, erfolgt und folglich effizienter ist. So kann das Elektroauto mit bis zu 11 kW Leistung geladen werden.

Wird das Auto über «normale» Steckdosen beziehungsweise CEE-Stecker geladen, muss ein (mobiles) Ladegerät verwendet werden. Dieses wird üblicherweise vom Automobilhersteller werkseitig mitgeliefert. Ebenso ein Ladekabel mit einem sogenannten Typ-2-Stecker, dem europäischen Standardstecker für Elektroautos. Das Ladegerät, das die Energie zwischen Steckdose und Auto regelt, wird über das Anschlusskabel versorgt und speist das Ladekabel beziehungsweise das Elektromobil. So können Elektroautofahrer zumindest erst einmal an der Haushaltssteckdose ihr Fahrzeug laden.

Bequemer als die Verwendung von herkömmlichen Steckdosen ist die Installation einer Wallbox, auch Home Charging Device genannt. In einer Wallbox enthalten sind sowohl die Ladeelektronik als auch meistens ein direkt angeschlossenes Kabel mit Stecker des Typs 2.

Öffentliche Ladestationen

Dank des Engagements überwiegend privater Akteure verfügt die Schweiz über ein vergleichsweise dichtes Netz an rund 2600 öffentlich zugänglichen Ladestandorten mit rund 6000 Ladeanschlüssen. Oftmals finden sich diese bei Einkaufszentren, Restaurants und Firmensitzen. Um auch längere Strecken zu überwinden, braucht es zusätzlich ein gutes Netz an Schnellladestationen entlang der Nationalstrassen. Mindestens 39 Schnellladestationen sind heute bereits auf Raststätten in Betrieb und viele weitere sind in Planung (Stand August 2019). Zudem laufen Anstrengungen, auch auf Rastplätzen Schnellladestationen zu installieren. Auf Raststätten und Rastplätzen soll so ein Angebot von rund 160 Schnellladestationen entstehen.

Ladestationen lassen sich auf verschiedene Arten finden, etwa über interaktive Karten, wie: www.schnellladen.ch/de/charging-stations. Die Internet-Suche nach «Karte – Schnellladestationen auf Nationalstrassen» liefert einen Überblick über realisierte und geplante Schnellladestationen entlang des Schweizer Autobahnnetzes. Zudem haben die Betreiber von Ladestationen zusammen mit EnergieSchweiz, dem Bundesamt für Energie, BFE und swisstopo eine interaktive Anwendung für die Suche nach Ladestationen realisiert. Das Tool unter www.ich-tanke-strom.ch erlaubt in Echtzeit das Auffinden einer Ladestation in der Nähe und zeigt, ob diese frei ist. Lenkerinnen und Lenker von Elektroautos finden so schnell und zielsicher eine freie Ladestation.

Ladezeiten und Ladeleistungen

Bei Elektroautos spielt die Ladezeit eine grosse Rolle. Schliesslich fällt die Reichweite im Vergleich zu Modellen mit Verbrennungsmotor meist wesentlich geringer aus, weil der Akku regelmässig neue Energie benötigt. Die Ladedauer kann sehr stark variieren, was nicht einzig und allein auf das Automodell zurückführen ist. Wie lange eine Elektroauto-Batterie braucht, um vollständig aufgeladen zu sein, hängt von der Kapazität der Batterie und der Art der Ladestation sowie der Lade-Elektronik des Elektroautos ab. Über Richtwerte informiert die nachfolgende Tabelle:

Richtwerte Ladezeiten und Ladeleistungen

Quelle: AutoScout24.de

Investitionen und Entwicklungen

Eines der häufigsten Hauptargumente gegen den Kauf eines Elektroautos ist immer noch die so genannte Reichweitenangst, die Sorge, keine grossen Distanzen mit einer Batterieladung zurücklegen zu können. Mit den Investitionen in Elektrofahrzeuge signalisieren viele Autohersteller die Bedeutung der Elektromobilität für die Zukunft. Während sich die Fahrzeuge im Alltag bereits bewähren, werden bei der Ladeinfrastruktur zusätzliche Techniken entwickelt und erprobt. Hierzu gehört etwa das induktive Laden, das kein Ladekabel benötigt. Der Strom fliesst zwischen zwei Spulen, die sich einerseits am Boden und andererseits im Elektroauto befinden. In einigen Jahren soll dieses sogenannte Mikroladen etwa vor Rotlichtern möglich sein. Diese Entwicklungen zielen alle darauf ab, die Fahrt künftig unabhängiger von Ladestationen und -kabeln zu machen.

Titelbild: 
Ladestation Energiehaus Luzern – Quelle: BE Netz AG

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